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Donnerstag, 30. August 2012

Bald ist es wieder so weit!

"Messen, zählen, wiegen", so nennt man die körperliche Bestandsaufnahme, mit der ein Betriebswirt den Wert eines betrieblichen Vermögens auflistet.

Für die Sklaven nennt sich das kurz Inventur. Das Wort Inventur stammt vom Lateinischen invenire und heißt so viel wie "etwas finden" oder auch "auf etwas stoßen".

Die Inventur ist sehr beliebt, bei Alt und Jung. Ist sie doch für Schüler und Rentner ein schönes Zubrot. Ein zwar einfacher Zuverdienst im billigsten Lohnsektor, zum Taschengeld oder zur Rente halt und auch nur einmal im Jahr. Aber wenn man den Verdienst durch zwölf teilt und nicht über die Stränge schlägt, kommt man schon über die Runden. Bis zur nächsten Inventur, mit dem Zuverdienst.

Doch wie läuft denn für gewöhnlich so eine Inventur ab? Jeder hat sie schon erlebt, mehrfach, jährlich wiederkehrend. Alle dürfen mit machen. Dabei zählt jeder für sich oder  mehrere zusammen erzählen sich. Folgende zwei Szenarien sind dabei möglich:

  1. "1 - 2 - 3 - 4- 5 - 6 - 7- 8 - ... - 256 - 257 -  was? Oh! Scheiße ... noch mal ..., ach Mensch, du siehst doch das ich hier am zählen bin, jetzt kann ich wegen dir wieder von vorne beginnen." 
  2. "Hahaha, ja da hast du recht! Wo waren wir denn jetzt? 333 glaub ich, oder?", "Ne, das waren schon 427", "Nein, das kann nicht sein!?", "Ach schreib einfach auf: 333. Wird schon stimmen."

Abends wird dann erzählt, wie man den Tag über gezählt hat. Als ob es nicht schöneres gäbe. Alle sind Graf Zahl. Besser geht es gar nicht. Endlich haben sie alle das selbe zu erzählen, obwohl die unterschiedlichsten Zahlenergebnisse dabei raus kommen.

Nur die ganzen Reinigungsarbeiten sind bei der Inventur nicht ganz so ganz beliebt. Wo man in guter deutscher Tradition wenigstens einmal im Jahr alles verrückt, um auch mal "dahinter sauber zu machen". Wenn alles sauber ist, zählt es sich ja schöner. Ich habe es bis heute noch nicht verstanden, wie der Deutsche es schafft das Hygienebedürfnis mit einfachster mathematischer Arithmetik zu befriedigen? Wenn man sich mal überlegt, das die Arithmetik von den alten Griechen erfunden wurden.

Aber wie gesagt: "Zu zweit kann man sich viel erzählen.". Besonders witzig sind die Schüler, wo wenn sie grad am zählen sind, ebenfalls sich Gedanken machen über ihr Leben und für sich selbst noch einmal  ihr Leben selber durchzählen: Wieviele Küsse? Wieviele Liebschaften? Wieviel Geld? Wieviel Telefon? Wieviel Freunde? Wieviele Chips? Ah, mein Lippgloss! Da kommt ne Menge zusammen. Unter´m Strich. Das wird gleich mit erzählt, beim zählen.

Aber sollten wir nicht dankbar sein? Dem Finanzant? Denn die Inventur ist eine Erfindung des Finanzamtes. Die möchten nämlich den Wert des Betriebes kennen, damit sie wissen, wieviel sie dürfen müssen. (nicht verstanden?) ... na damit sie eine Berechnungsgrundlage für ihre Steuererhebung haben. Ist doch klar! Beim Finanzamt lebt die Steuer hoch, das Finanzamt ist erhaben, deshalb wird erhoben.

Aber Dankbar müssen wir ihm schon sein, dem Finanzamt. Denn die Inventur hat Kultstatus! An keiner anderen Veranstaltung im Land nehmen so viele Menschen teil, wie an der Inventur. Ob Alt oder Jung, die Inventur verbindet das Alter, die Abstammung, die Gesinnung und Gebrechen. Laßt uns diesen Tag zum Feiertag für alle erheben, bei dem das Erlebnis zählt, das Leben zu zählen.
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