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Sonntag, 2. September 2012

Anfrage an Frau Ingrid Ketzscher

Frau Ingrid Kretzscher,

ich bin durch diverse öffentliche Kommentare des Bürgermeisters von Hemer, des Bürgermeisters von Menden und dem 1. Beigeordneten und Stadtkämmerer der Stadt Schwelm auf sie aufmerksam geworden und verfolge ihre Beiträge und Kommentare bezüglich der Oesetalbahnstrecke sehr aufmerksam.

Zur Zeit arbeite ich einen journalistischen Bericht aus, der den ÖPNV grundsätzlich und den Schienenverkehr speziell abhandelt. Hierzu arbeite ich auch mit Interviews Informationen heraus, die den Leser des http://hademare.blogspot.de/ interessieren.

Ich möchte ihnen deshalb einige Frage unter Erläuterung des folgenden Hintergrunds stellen:

Die Stadt Hemer ist Eigentümer der still gelegten Bahnstrecke. Als Eigentümer ist die Stadt für die Sicherheit der Liegenschaft verpflichtet. Derzeit bietet die still gelegte Strecke ein enormes Gefahrenpotential durch Unfallgefahr.

Die Stadt Hemer möchte bis zur möglichen Reaktiverung der Oesetalbahn durch das Land NRW, die alte Bahntrasse mit einem Radweg sichern. Man merke sich dabei, das das Land NRW rund ein viertel Jahrhundert benötigen wird, um die Oesetalbahn zu reaktivieren! (Angabe des ZRL - Infranstrukturleiter des Märkischen Kreises, Herr Dipl. Ing. Pusch)

Die finanzielle Situation der Stadt Hemer ist in empfindlichem Maße gestört und die Handlungsfähigkeit ist aufgrund eines Nothaushaltsplans auf die nötigsten Ausgaben im öffentlichen Bereich beschränkt. Am meisten trifft die Handlungsunfähigkeit den freien kulturellen Bereich, der nicht großartig gefördert werden kann. (Interview mit Bürgermeister der Stadt Hemer, Herr Michael Esken)

Der gesamte Rat der Stadt Hemer sieht es als einen Mehrgewinn an, dem still gelegten Bahngleis einen öffentlichen Nutzen als Radweg zuzuweisen. So würde der Umbau der Bahntrasse zu einem Radweg zum einen die notwendige Sicherheit der Trasse gewährleisten, zum anderen würden die Kosten zur Anlage des Radwegs vom Bund in voller Höhe gezahlt und zum dritten würden keine Kosten den desolaten Haushalts der Stadt Hemer unter zusätzliche Spannung setzen. Das sorgt für einen ausgewogeneren Haushalt der Stadt Hemer und verlangt keinen finanziellen Aufwand in eine öffentlich nutzlose Anlage. Statt dessen können Gelder in notwendige öffentliche Einrichtungen und Kulturprogramme einfließen.

Sie, Frau Kretzscher plädieren jedoch für den Verlauf des Radwegs abseits der still liegenden Bahntrasse. Da sie offensichtlich für eine attraktivere Freizeitgestaltung werben, in dem der Radweg fern ab des Straßenverkehrs und des Straßenlärms verlaufen soll.

Ihr Forderung der attraktiven Freizeitgestaltung würden für die Stadt Hemer zusätzlichen finanziellen Aufwand bedeuten, der in dem  statt gegebenen Nothaushaltplan keine Berücksichtigung fand. Das hat für die Stadt Hemer zur Folge, das die Kosten für die notwendige Sicherung der Bahntrasse für das nächste viertel Jahrhundert von der Bürgerschaft Hemer zu tragen ist. Nicht nur die Nutzlosigkeit der Bahntrasse für diesen langen Zeitraum ist dabei ärgerlich. Sondern die aufzubringenden Kosten verpflichten die Bürger aufgrund des Nothaushaltsplans zu Verzicht und Streichung für soziales und kulturelles Vermögen.

Nun meine Fragen an Sie für den Hademare Herold:

1) Wie können Sie die Hemeraner Bürgerschaft politisch vertreten, wenn ihre eigene Wählerschaft in der Gemeinde Menden zu suchen ist? Empfinden sie selbst ihren Vorschlag nicht als eine Bevormundung der gesamten Hemeraner Bürgerschaft? Oder anders gefragt: Darf man eine unautorisierte Einmischung auf politischer Ebene in die Belange ihres Nachbarn erkennen?

2) Haben sie sich genügend mit den Auswirkungen auf das soziale und kulturelle Leben ihrer Nachbarn für das nächste viertel Jahrhundert vertraut gemacht, wenn Ausgaben für ein still gelegtes Bahngleis ohne jeglichen öffentlichen Nutzen getätigt werden muss, obwohl diese Ausgaben in sozialen Einrichtungen und kulturellen Veranstaltungen für die Hemeraner Bürgerschaft vielleicht besser angelegt sind?

3) Warum soll überhaupt auf die Sicherung und den öffentliche Nutzen einer still gelegten Bahntrasse als Radweg für ein viertel Jahrhundert verzichtet werden?

Ich würde mich sehr über Ihre Antwort freuen und bedanke mich bereits für ihre Aufmerksamkeit.

Diese Anfrage werde ich bereits jetzt schon mal im Hademare Herold veröffentlichen. Die Leserschaft wartet gespannt "auf den Verlauf".

Mit freundlichstem Gruß
Christoph Diederich
für den Hademare Herold

http://www.lokalkompass.de/menden/leute/bedarfsanalyse-abwarten-d195370.html#comment636789
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